Ende der 1920er Jahre wendet sich die expressionistische Künstlerin Rosy Lilienfeld der Illustration von Literatur zu. Sie illustriert Werke von Dosto- jewski, Poe und Kafka, setzt sich aber auch mit religiösen und spirituellen Themen auseinander. Joseph Roths Roman „Hiob“ erzählt das Schicksal des jüdischen Thoralehrers Mendel Singer und seiner Familie. Lilienfelds expressive Zeichnungen stellen Schlüsselszenen des Romans dar. Die Szene „Deborah fegt die Stube“ beschreibt den Familienalltag im Schtetl: „Am Freitag scheuerte sie den Fußboden, bis er gelb wurde wie Safran. Wie ein breites, gewaltiges und bewegliches Gebirge kroch sie durch das kahle blau getünchte Zimmer.“ Mit kraftvoller Linienführung und großzügiger Lavie- rung reduziert die Künstlerin die Bildaussage auf das Essentielle.
Objektdetails
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Titel |
Hiob: Deborah fegt die Stube |
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Künstler*in / Hersteller*in |
Rosy Lilienfeld |
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Datierung |
1931 |
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Objektbezeichnung |
Zeichnung |
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Sammlungsbereich |
JMF Kunst |
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Ort |
Frankfurt am Main |
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Maße |
30,8 x 23,9 cm, Alter Passepartout 50,3 x 32,4 cm, Neuer Passepartout 50 x 40 x 0,5 cm + Glas |
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Material / Technik |
Kohle und Kreide auf Papier, laviert |
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Signatur / Beschriftung |
Rosy Lilienfeld 1931 Signatur |
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Bildlizenz |
© Jüdisches Museum Frankfurt, Foto: Ursula Seitz-Gray |
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Erwerbsdatum |
06.02.2012 |
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Inventarnummer |
JMF2012-0001 |
Jetzt ausgestellt
Zurück ins Licht. Vier Künstlerinnen - Ihre Werke. Ihre Wege.
Jüdisches Museum Frankfurt
24.11.2022 - 30.05.2023