Pessach-Haggada, Jakob Michael May, Manuskript, 1731

Die etwas ungelenken Zeichnungen in dieser Haggadah legen nahe, dass Jakob May sich hauptberuflich mit anderen Dingen beschäftigte. Er bezeichnet sein eigenes Werk auf der zweiten Seite, unter einer Widmung an den Vater und einem Lobgedicht auf die Mutter, als »Worte des bescheidenen Schreibers Jakob, Sohn des ehrenwerten Herrn Michael May Segal aus Innsbruck, verfertigt hier in Frankfurt am Main.« Jakob May stammte aus einer Familie von Kaufleuten im Dienste des Fürsten. Sein Vater war in Innsbruck und Mannheim tätig. Die Kinder arbeiteten in demselben Beruf in Hohenems, in Kriegshaber bei Augsburg und in Frankfurt. Hebräisch gilt als die heilige Sprache, mit der Gott der jüdischen Tradition zufolge die Welt erschaffen hat. Sie ist dem Gottesdienst vorbehalten. Auch der Haupttext der Haggada ist hebräisch verfasst. In die Pessach-Haggadah von Jakob May sind zudem jiddische Handlungsanweisungen in den Text eingefügt. Jiddisch war die Umgangssprache der Juden im deutschsprachigen Raum. Die Dialekte der Region färbten immer auf das Jiddische ab. So sprachen die Frankfurter Juden ein hessisch gefärbtes Jiddisch und nannten die Haggada »die Gode«.

Objektdetails

Titel

Pessach-Haggada

Künstler*in / Hersteller*in

Jakob Michael May

Datierung

1731

Objektbezeichnung

Manuskript

Sammlungsbereich

JMF Judaica

Ort

Frankfurt am Main

Maße

25,4 x 36,8 x 1 cm (geöffnet)

Material / Technik

Pergament

Literatur

Faksimilepublikation, Die Frankfurter Judengasse, Beck Verlag, München 2016- 82

Bildlizenz

Jüdisches Museum Frankfurt CC BY-SA 4.0

Erwerbsdatum

1985

Vorbesitz

Stiftung Ignatz Bubis, Frankfurt am Main, Ignatz Bubis, 1927 - 1999

Inventarnummer

JMF1986-0024

Ausgestellt

Museum Judengasse, Bilder in der Judengasse