Diese Tora-Aufsätze waren für einen Tora-Schrein, ein meist zylindrisches oder polygonales Gehäuse aus Holz, das die Tora-Rolle vollständig umschließt („Tik“) bestimmt. Anders als bei den aschkenasischen Juden, wo die Tora-Rolle mit einem Stoffmantel bedeckt wird, bleibt sie bei vielen orientalischen Gemeinden dauerhaft in ihrem Gehäuse. Die Form der Tora-Aufsätze ist meist der Architektur der Kultur angelehnt, in der sie hergestellt wurden. So wie Kirchtürme ein wiederkehrendes Motiv bei europäischen Rimonim sind, weisen jemenitische Exemplare eine deutliche Ähnlichkeit mit der Form der Spitzen auf den Minaretten jemenitischer Moscheen auf. Im Jemen gab es jedoch verschiedene Arten von Rimonim. Die bekannteste ist die aus Messing mit Ziselierungen. Ihre elegante, schlanke Form weist drei Ausbuchtungen unterschiedlicher Form auf, deren Oberflächen sanft gerippt sind. Eine ungewöhnliche Besonderheit ist das Fischmotiv, das auf ihnen zu sehen ist. Der Fisch ist ein Symbol für den Monat Adar, die Zeit von Purim. Er ist auch ein Symbol für Fruchtbarkeit und galt als wirksames Gegenmittel gegen den bösen Blick, da die Augen eines Fisches immer offen und wachsam sind. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten im Jemen schätzungsweise 50.000 bis 60.000 Juden. Sie gehörten zu den ältesten jüdischen Gemeinschaften der Welt und waren vor allem als Handwerker, Silberschmiede, Weber und Händler tätig. Das Zusammenleben mit der muslimischen Mehrheitsbevölkerung war von traditionellen Schutzregelungen geprägt, zugleich waren Juden als Angehörige einer nichtmuslimischen Minderheit rechtlich benachteiligt und gesellschaftlichen Einschränkungen unterworfen. Trotz dieser Bedingungen bewahrten sie ihre religiösen Bräuche, ihre hebräischen und jemenitisch-arabischen Traditionen sowie ihre einzigartige Liturgie. Nach der Gründung des Staates Israel 1948 wanderten die meisten jemenitischen Juden im Rahmen der Luftbrücke „Operation Magischer Teppich“ (1949–1950) nach Israel aus.
Objektdetails
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Titel |
Rimonim (Tora-Aufsätze) |
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Künstler*in / Hersteller*in |
Unbekannt |
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Datierung |
1900 - 1920 |
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Objektbezeichnung |
Tora-Schmuck |
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Sammlungsbereich |
JMF Judaica |
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Ort |
Jemen |
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Material / Technik |
Messing, gegossen, getrieben |
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Bildlizenz |
The Cymbalista Collection of Rimonim / Jüdisches Museum Frankfurt, Foto: Herbert Fischer |
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Leihgeber*in |
The Cymbalista Collection of Rimonim/Die Sammlung Cymbalista von Tora-Aufsätzen |
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Inventarnummer |
Lg_Cymbalista10 |
Jetzt ausgestellt