Tora-Aufsätze (Rimonim), Unbekannt, Tora-Schmuck, 1779 - 1793

Diese sehr hochwertig ausgeführten Rimonim wurden wahrscheinlich von einem der bekannten Turiner Silberschmiede ausgeführt, da sie die das sogenannte Silberprüfzeichen von Bartolomeo Bernardi tragen: seine Aufgabe war es, den Silbergehalt von Objekten zu bestätigen. Die Rimonim wurden laut Inschrift von Rabbi Schlomo Ottolenghi einem Turiner (christlichen) Silberschmied in Auftrag gegeben und einer Synagoge gestiftet. Typisch für italienischen Tora-Schmuck des 18. Jahrhundert tragen sie als Dekoration Motive, die mit dem Ritual im Tempel von Jerusalem in Verbindung stehen. Sie drücken damit die Erinnerung an das einstige rituelle Zentrum und die Hoffnung auf seinen Wiederaufbau aus. Hier zu sehen sind Darstellungen der Gesetzestafeln, der Heiligen Lade, des Räuchergefäß, der Kopfbedeckung des Priesters, die Priesterhände, die Priestermitra, die Menora und der Tisch für die Schaubrote. Seit dem 15. Jahrhundert war das Piemont die Heimat einer einzigartigen jüdischen Gemeinde, die gleichzeitig in sephardischen, aschkenasischen und italienischen Traditionen verwurzelt war. Zwischen 1679 und 1710 zwang ein savoyisches Dekret die Juden der Region dazu, in Ghettos zu leben. Mit der Emanzipation 1848 wurden ihnen die vollen Rechte gewährt.

Objektdetails

Titel

Tora-Aufsätze (Rimonim)

Künstler*in / Hersteller*in

Unbekannt

Datierung

1779 - 1793

Objektbezeichnung

Tora-Schmuck

Sammlungsbereich

JMF Judaica

Ort

Turin

Material / Technik

Silber, gegossen, getrieben, graviert

Leihgeber*in

The Cymbalista Collection of Rimonim / Die Cymbalista Sammlung von Tora-Aufsätzen

Inventarnummer

Lg_Cymbalista12

Jetzt ausgestellt