
Der Tora-Wimpel ist ein bedeutendes Ritualobjekt im aschkenasischen Judentum, das seit dem späten Mittelalter Verwendung findet. Dieser spezielle Wimpel für Meir, Sohn des Herrn Schmuel aus Reinheim, besteht aus vier Baumwollteilen, bemalt mit farbiger Tinte und eingefasst mit blauem Stickstich an den Rändern. Die Inschrift verzeichnet Meirs Geburt am 6. Cheschwan 683 und wünscht ihm, dass er zur Tora, zum Hochzeitsbaldachin und zu guten Taten heranwächst, „Amen Sela“. Der Wimpel ziert sich mit drei besonderen Darstellungen, die jeweils tiefe symbolische Bedeutungen tragen. Der Hochzeitsbaldachin, hervorgehoben durch ein Zitat aus Jeremia 33:11, symbolisiert die Freude und die Gemeinschaft, die bei jüdischen Hochzeiten zentral sind, reflektierend die Worte: „…den Jubel der Freude und Wonne, die Stimme des Bräutigams und der Braut...“ Darüber hinaus wird eine Tora-Rolle abgebildet, die Sprichwörter 3:18 zitiert, was die Tora als „Lebensbaum“ und fundamentale Quelle der Weisheit betont.
Objektdetails
Titel |
Tora-Wimpel |
---|---|
Künstler*in / Hersteller*in |
Unbekannt |
Datierung |
1922 |
Objektbezeichnung |
Tora-Schmuck |
Sammlungsbereich |
JMF Judaica |
Maße |
21,5 x 343 cm |
Material / Technik |
Baumwolle, vierteilig, gezeichnet mit farbiger Tinte, Ränder mit blauem Garn in Stickstich eingefasst. |
Literatur |
Heuberger, Georg (Hrsg.), Die Pracht der Gebote - Die Judaica-Sammlung des Jüdischen Museums Frankfurt am Main, Köln: Wienand, 2006. |
Bildlizenz |
Jüdisches Museum Frankfurt, Foto: Herbert Fischer CC BY SA 4.0 |
Erwerbsdatum |
Mai 1988 |
---|---|
Inventarnummer |
JMF1988-0056 |
Jetzt ausgestellt