
Die Radierung schuf Maillet nach einer Zeichnung in roter Tinte, die bereits 1942 entstanden war. Auch hier dient dem Künstler der Blick in den Spiegel der Selbstbefragung und Selbstvergewisserung. Der Titel "Vorahnung" verweist auf die unsichere Lebenssituation im unbesetzten Süden Frankreichs hin. Nachdem im Frühjahr 1942 besetzten Teil Frankreichs die Massendeportationen von Juden nach Auswitz einsetzten, verschärfte sich auch die Situation im unbesetzten Teil, bis auch von hier nach einer großen Verhaftungswelle im August 1942 rund 10.000 Jüdinnen und Juden deportiert wurden. Léo Maillet wurde ebenfalls von der französischen Polizei verhaftet und zunächst in das Sammellager Les Milles bei Aix-en-Provence gebracht.
Objektdetails
Titel |
Vorahnung / Pressentiment, aus der Mappe Entre Chien et Loup |
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Künstler*in / Hersteller*in |
Léo (Leopold) Maillet |
Datierung |
1971 |
Objektbezeichnung |
Originalgrafik |
Sammlungsbereich |
JMF Kunst |
Ort |
Verscio |
Maße |
64 x 39,3 cm |
Material / Technik |
Radierungen auf Zerkall-Bütten |
Bildlizenz |
© Nachlass Léo Maillet: Daniel Maillet und Nikolaus Mayer, Foto: Jüdisches Museum Frankfurt |
Erwerbsdatum |
2. Juni 2012 |
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Inventarnummer |
JMF2012-0006-0007 |
Jetzt ausgestellt
Léo Maillet. Der zerbrochene Spiegel (zweite Hängung)
Jüdisches Museum Frankfurt, Dauerausstellung, Raum "Kunst und Exil"