
Ein häufig wiederkehrendes Motiv italienischer Chanukkiot zeigt diese Chanukka-Lampe aus dem 18. Jahrhundert. Die Rückwand zitiert die Fassade eines Tempels mit einem geschwungenen Giebel und zwei Säulen und meint damit den Tempel in Jerusalem. Die hölzerne Bildplatte in der Mitte ziert ein Springbrunnen mit einer Menora als Basis, umgeben von zwei Olivenbäumen. Von rechts oben gießt eine Hand Öl aus einem Krug in den Brunnen. Diese zentrale Darstellung spielt auf die Visionen des Propheten Zacharias an und erinnert an die göttliche Hilfe bei der Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels nach dem Sieg der Makkabäer über die Griechen 164 vor der Zeit. Im Jerusalemer Tempel wurde ein kleiner Krug Öl gefunden, der wie durch ein Wunder so viel Öl enthielt, dass der siebenarmige Leuchter im Tempel acht Tage lang brannte. In Anspielung auf dieses Ölwunder, an das zum Chanukka-Fest erinnert wird, sind bei diesem Chanukka-Leuchter auch die Ölnäpfe und der Diener, der links oben angebracht ist, in Krugform gearbeitet. Mit dem Diener, hebräisch Schamasch, werden all die anderen Ölnäpfe befüllt, da man ein Chanukkalicht nicht mit einem anderen anzünden soll. Auch soll der Chanukka-Leuchter nicht als Lichtquelle dienen, da die Lichter als heilig gelten. Der leuchter stammt aus der ehemaligen Sammlung von Siegmund Nauheim, Inv. Nr. N 76
Objektdetails
Titel |
Chanukka-Leuchter |
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Künstler*in / Hersteller*in |
Unbekannt |
Datierung |
18 Jh. |
Objektbezeichnung |
Leuchter |
Sammlungsbereich |
JMF Judaica |
Maße |
28 x 22 cm |
Material / Technik |
Messing, gegossen und getrieben; Holzplatte |
Literatur |
Heuberger, Georg (Hrsg.), Die Pracht der Gebote - Die Judaica-Sammlung des Jüdischen Museums Frankfurt am Main, Köln: Wienand, 2006., Mordechai Narkis, Jewish Chanukka Lamps |
Bildlizenz |
Jüdisches Museum Frankfurt, Foto: Herbert Fischer CC BY SA 4.0 |
Erwerbsdatum |
1987 |
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Vorbesitz |
Überwiesen aus dem HMF.Ehem. Sammlung Siegmund Nauheim, Nr. 76 |
Inventarnummer |
JMF1987-0147 |
Jetzt ausgestellt