Diese Rimonim wurden in Frankreich hergestellt, aber die Inschrift zeigt deutlich, dass sie in Algerien verwendet wurden, in einer kleinen Gemeinde im Nordwesten des Landes. Ihre Form ist sehr ungewöhnlich und spiegelt die europäische Kirchenarchitektur wider. Als diese Rimonim in Ammi Moussa verwendet wurden, war dies die Hauptstadt eines Bezirks mit gemischter europäischer und einheimischer Besiedlung. Dieses Paar spiegelt den verstreuten, ländlichen Charakter eines Teils der jüdischen Gemeinde Algeriens wider. In Algerien und Tunesien wurden Tora-Rollen in festen Kästen aufbewahrt, den sogenannten „Tik“. In Nordafrika kamen Tora-Aufsätze in Gebrauch, die teilweise unter italienischem und möglicherweise unter spanischen Einfluss entstanden. In der Umgebung von Oran existierten bis ins 19. und frühe 20. Jahrhundert zahlreiche kleine jüdische Land- und Dorfgemeinden. Viele Familien lebten nicht nur in der Stadt Oran, sondern auch in landwirtschaftlichen Siedlungen im Hinterland. Ami Moussa war Teil dieses ländlich-städtischen Netzwerks. Die Siedlung steht damit exemplarisch für viele vergessene jüdische Kleingemeinden im westlichen Algerien: keine großen Institutionen, aber eingebettet in ein dichtes regionales Netzwerk, das stark auf die Großstadt Oran ausgerichtet war.
Objektdetails
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Titel |
Rimonim (Tora-Aufsätze) |
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Künstler*in / Hersteller*in |
Unbekannt |
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Datierung |
1890 - 1900 |
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Objektbezeichnung |
Tora-Schmuck |
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Sammlungsbereich |
JMF Judaica |
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Ort |
Frankreich |
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Material / Technik |
Silber, getrieben, gegossen, durchbrochen, graviert |
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Bildlizenz |
The Cymbalista Collection of Rimonim / Jüdisches Museum Frankfurt, Foto: Herbert Fischer |
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Leihgeber*in |
The Cymbalista Collection of Rimonim / Die Cymbalista Sammlung von Rimonim |
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Inventarnummer |
Lg_Cymbalista17 |
Jetzt ausgestellt