Tora-Vorhang, Unbekannt, Zeremonialobjekt, 1866

Tora-Vorhänge wie diesen findet man normalerweise nur in Synagogen. Mit ihnen wird der Schrein behängt, in dem sich die Tora-Rolle befindet. Übliche Tora-Vorhänge enthalten Symbole, die auf den Tempel und auf die Tora hindeuten, wie auch hier die Krone (Keter Tora). Diese Leihgabe von der Jüdischen Gemeinde Frankfurt weist jedoch weit mehr Tempel-Symbolik auf, als übliche Stücke dieser Art: Mit Blattwerk geschmückte architektonische Elemente erwecken den Eindruck, man stünde in einer Tempelanlage. Besondere Aufmerksamkeit erweckt auch die deutliche Abbildung der lichtverströmenden Bundeslade. Sie enthält ‚das Allerheiligste‘ und begleitete das jüdische Volk bei seiner Wüstenwanderung ins gelobte Land, wo sie schließlich zum Herzstück des Jerusalemer Tempels wurde.

Objektdetails

Titel

Tora-Vorhang

Künstler*in / Hersteller*in

Unbekannt

Datierung

1866

Objektbezeichnung

Zeremonialobjekt

Sammlungsbereich

JMF Judaica

Ort

Frankfurt am Main

Maße

Montiert auf Platte 305 x 220 cm

Material / Technik

Rostroter Samt mit Metallfädenstickerei in Sprengtechnik, applizierten Pailletten und Brokatstoff, Metallfransen aus gedrehtem Silberdraht, versilbert

Literatur

Heuberger, Georg (Hrsg.), Die Pracht der Gebote - Die Judaica-Sammlung des Jüdischen Museums Frankfurt am Main, Köln: Wienand, 2006.- 114, 62

Bildlizenz

© Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main, K.d.ö.R., Foto: Herbert Fischer

Leihgeber*in

Dauerleihgabe der Jüdischen Gemeinde Frankfurt G.d.ö.R.

Vorbesitz

1988 - dato: Jüdisches Museum Frankfurt als Leihgabe, 1950/51? - 1988: Jüdische Gemeinde Frankfurt, von der JCR übergeben, ? - 1950/51: Verbleib unbekannt, 1866 - ?: Verbleib in unbekannter Synagoge

Inventarnummer

Lg_Gemeinde01

Ausgestellt

Rothschild-Palais 2. Etage, Pracht der Gebote, Die Gegenwart des Tempels