Chanukka – das Lichterfest , Geschichten

Das Chanukkafest im Dezember ist mehr als nur Anlass um leckere Sufganiot (Hebräisch für „Berliner“ oder „Krapfen“) und Latkes („Kartoffelpuffer“) zu essen. Das Fest erinnert in seinem Kern an den Freiheitskampf der Makkabäer und an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem im 2. Jahrhundert v.d.Z.

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1. Makkabäer 4, 36

Seht, unsere Feinde sind vernichtend geschlagen worden; laßt uns hinaufziehen nach Jerusalem um das Heiligtum zu reinigen und neu zu weihen!

Ärger mit den Seleukiden

Nach dem Tod Alexanders des Großen und dem Zerfall seines Reiches ließ der amtierende König Antiochus den Tempel in Jerusalem entweihen, stellte überall Statuen von sich auf und erwartete, dass man ihn göttergleich verehrte. Doch so einfach wollten sich die Israeliten nicht von ihrer Kultur und Ihren Überzeugungen abbringen lassen.

Die ersten „Hebrew Hammer“

Im Jahre 167 v.d.Z. rief eine Gruppe, die als Makkabäer – Aramäisch für „Hammer“ – bezeichnet wurde, zum Kampf gegen die griechische Fremdherrschaft auf. Mit Erfolg: Drei Jahre später wurde der Tempel wieder eingeweiht.

Acht Lichter und ein Diener

Der Legende nach ereignete sich bei der Wiedereinweihung ein großes Wunder: Um die Menora, den siebenarmigen Leuchter im Tempel wieder anzuzünden, benötigte man rituell reines Öl. Man fand aber nur ein kleines Fläschchen davon, dessen Inhalt eigentlich nur für einen Tag reichte. Doch auf wundersame Weise brannte das Licht acht Tage lang - genau so lang wie es dauerte, um neues rituell reines Öl herzustellen.

Das Chanukka-Fest dauert deswegen acht Tage: An jedem Tag des Fests wird eine zusätzliche Kerze auf dem achtarmigen Chanukka-Leuchter angezündet, weshalb es auch „Lichterfest“ heißt. Der neunte Arm heißt „Diener“, weil von ihm aus die Kerzen auf dem Leuchter der Reihe nach angezündet werden.

Chanukka Leuchter mit Judith und Juda Ha-Makkabi aus der Werkstatt von Valentin Schüler

Spielzeug

In vielen Familien darf an Chanukka eine Sache auf keinen Fall fehlen: Das Dreidel-Drehen und Spielen um Süßigkeiten. Die Regeln für das Spiel mit dem vierseitigen Kreisel sind dabei ganz einfach. Die Spieler drehen reihum den Dreidel und die Seite, die nach oben zeigt, gibt den Gewinn oder Verlust an:

Seite נ

Nun = (jidd. נישט nisht, ‚nichts‘) – Man gewinnt nicht, verliert aber auch nichts.

Seite ג

Gimel = (jidd. גאַנץ gants, ‚ganz‘, d.h. „alles“) – Man gewinnt den Jackpot, danach muss jede*r Spieler*in wieder eine Süßigkeit in den Pott legen.

Seite ה

He = (jidd. האַלב halb) – Man gewinnt die Hälfte des Jackpots.

Seite ש

Schin = (jidd. שטעל אײן shtel ayn, ‚stell ein‘, d.h. „leg [ein Stück] ein“) – Man muss eine Süßigkeit in den Pott legen. Wer nichts mehr legen kann, scheidet aus.

Buchstaben

Das Akronym נ ג ה ש steht für den hebräischen Satz „Nes gadol haya scham“: „Dort trug sich das große Wunder zu.“

Fotos: MaorX CC BY-SA 3.0

Dreidel - A Hanukkah music video
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