
Kurz vor dem Chanukka-Fest werden Chanukka-Leuchter poliert, damit sie im Kerzenschein besonders hell erstrahlen. Charakteristisch für Chanukka-Leuchter aus Nordafrika ist, dass sie aus Einzelteilen zusammengesetzt sind. Dies erleichtert das Polieren der Lampe vor dem Fest und das Reinigen danach. Dieses Fragment einer marokkanischen Chanukka-Lampe stammt aus dem 19. Jahrhundert und befand sich in der ehemaligen Sammlung von Siegmund Nauheim Inv. Nr. N.109. Erhalten sind die Rückwand, in deren Füße vermutlich die Ölnapfreihe eingesteckt war, und der Schamasch, der oben in der Mitte der Rückwand steckt. Diese Position des Dieners ist typisch für nordafrikanische Chanukka-Leuchter. Die acht Hufeisenbögen am unteren Ende der Rückwand erinnern an die Bögen im Inneren der ehemaligen Synagoge in Toledo, denn nach ihrer Flucht 1492 aus Spanien nach Nordafrika brachten viele Juden und Jüdinnen den spanischen Stil mit. Sie und ihre Nachkommen werden als Sefarden bezeichnet. Über und unter dem Schamasch ist zweigeteilt das Bibelzitat „Allmächtiger / denn eine Leuchte ist das Gebot“ [Sprüche 6, 23] zu lesen, eine Anspielung auf die physische Präsenz der Chanukka.
Objektdetails
Titel |
Chanukka-Leuchter |
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Künstler*in / Hersteller*in |
Unbekannt |
Datierung |
19. Jh. |
Objektbezeichnung |
Leuchter |
Sammlungsbereich |
JMF Judaica |
Maße |
15 x 12 x 5 cm |
Material / Technik |
Messing, gegossen |
Literatur |
Heuberger, Georg (Hrsg.), Die Pracht der Gebote - Die Judaica-Sammlung des Jüdischen Museums Frankfurt am Main, Köln: Wienand, 2006. |
Bildlizenz |
Jüdisches Museum Frankfurt, Foto: Herbert Fischer CC BY SA 4.0 |
Erwerbsdatum |
1987 |
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Vorbesitz |
Überwiesen aus dem HMF. Ehem. Sammlung Siegmund Nauheim, Nr. 109 |
Inventarnummer |
JMF1987-0173 |
Jetzt ausgestellt