Gehenkte, Ludwig Meidner, Kohlezeichnung, 1942 - 1944

Diese Zeichnung wohl diejenige Darstellung aus dem Zyklus „Massacres in Poland“, die am stärksten kunstgeschichtliche Einflüsse zeigt. Das Motiv erinnert unmittelbar an die Radierung „Am Galgenbaum“ von Jacques Callot, in der dieser 1633 eine Szene aus dem Dreißigjährigen Krieges wiedergibt. Callots Bilderzyklen wurden zum Vorbild für Francisco de Goyas berühmter Folge von Aquatinta-Radierungen „Desastres de la guerra“ (Die Schrecken des Krieges), die zwischen 1810 und 1814 entstand. Meidner wiederum war ein Bewunderer Goyas, dessen Einflüsse an der vorliegenden Zeichnung besonders deutlich erkennbar werden. Wie bei Goya, wird auf überflüssiges Beiwerk verzichtet und die Landschaft im Hintergrund nur skizzenhaft angedeutet. Die Darstellung konzentriert sich ganz auf das grausame Geschehen, das mit schonungsloser Drastik und ohne jede Beschönigung gezeigt wird.

Objektdetails

Titel

Gehenkte

Künstler*in / Hersteller*in

Ludwig Meidner

Datierung

1942 - 1944

Objektbezeichnung

Kohlezeichnung

Sammlungsbereich

JMF Kunst

Ort

London

Maße

70 x 100 cm Passepartout

Material / Technik

Kohle, schwarze Kreide

Signatur / Beschriftung

monogrammiert u. r: hebräisches Monogramm (Mem) Signatur

Literatur

Horcher in die Zeit. Ludwig Meidner im Exil. hrsg. von Museum Giersch der Goethe Universität, München: Hirmer, 2016.- 150

Erwerbsdatum

16.02.1994

Vorbesitz

- 1994: aus dem Nachlass des Künstlers

Inventarnummer

JMF1994-0007 II/1038

Ausgestellt

Rothschild-Palais 3. Etage, Kunst und Exil