Hinter Stacheldraht, Ludwig Meidner, Kohlezeichnung, 1942 - 1945

Wie viele andere Bilder aus Meidners Holocaust-Zyklus ist auch diese Kohlezeichnung nicht datiert. Wenn man sich aber die ausgemergelten Männer in der Bildmitte und die im Hintergrund liegenden Leichen betrachtet, wird man an die Fotos und Filme erinnert, die unmittelbar nach der Befreiung der Konzentrationslager entstanden. Bereits vor Kriegsende wurden entsprechende Fotos von der Befreiung von Auschwitz, Buchenwald oder Bergen-Belsen in englischen Zeitungen publiziert. Dennoch handelt es sich bei Meidners Zeichnung nicht im engeren Sinne um ein dokumentarisches Zeitzeugnis. Meidner hat den Holocaust ja aus der Ferne erlebt, war also kein unmittelbarer Zeuge der Geschehnisse. Stattdessen versuchte er anhand der Berichte und Fotos, die ihn erreichten, das schreckliche Geschehen in Bilder zu fassen.

Objektdetails

Titel

Hinter Stacheldraht

Künstler*in / Hersteller*in

Ludwig Meidner

Datierung

1942 - 1945

Objektbezeichnung

Kohlezeichnung

Sammlungsbereich

JMF Kunst

Ort

London

Maße

100 x 70 cm Passepartout

Material / Technik

Kohle

Signatur / Beschriftung

schwache Zeichnung, Baum, nackte Menschen (verwischt) Rückseite

Literatur

Horcher in die Zeit. Ludwig Meidner im Exil. hrsg. von Museum Giersch der Goethe Universität, München: Hirmer, 2016.- 155

Bildlizenz

© Ludwig Meidner-Archiv, Jüdisches Museum der Stadt Frankfurt am Main

Erwerbsdatum

16.02.1994

Vorbesitz

- 1994: aus dem Nachlass des Künstlers

Inventarnummer

JMF1994-0007 II/1032

Ausgestellt

Rothschild-Palais 3. Etage, Kunst und Exil