Diese Rimonim sind in ihrer Form typisch für den Irak. Auf den langen schmalen Schäften bauen sich übereinander eine größere und eine kleinere ovale Form auf, die an einen Granatapfel erinnern soll; die Ornamente auf diesem Korpus verweisen jedoch auf den Einfluss aus Indien. Die Schäfte tragen eine hebräische Inschrift, die besagt: „Dies sind die Tora-Aufsätze in Gedenken an Jamila Tochter von Sarah.“ Die Juden des Irak – die große babylonische Gemeinde – stellen die älteste Diaspora-Gemeinde des Judentums dar, deren Wurzeln bis zum Exil nach der Zerstörung des Ersten Tempels in Jerusalem 587 v. d.Z. zurückreichen. Diese Gemeinde war auch das wichtigste Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit in talmudischer Zeit, vor anderthalb Jahrtausenden. Viele irakische und persische jüdische Kaufleute ließen sich ab dem frühen 19. Jahrhundert in verschiedenen Zentren Indiens und Südostasiens nieder. Sie gründeten neue jüdische Gemeinden und beauftragten häufig lokale Handwerker mit der Anfertigung ihres Tora-Silbers. Noch zu Beginn der irakischen Unabhängigkeit im 20. Jahrhundert spielten Juden eine bedeutende Rolle, ihre Zahl belief sich 1948 auf rund 120.000. Nach dem arabisch-israelischen Krieg von 1948 verließen sie aufgrund von Verfolgungen und Pogromen fast vollständig das Land. Die meisten flohen in den neugegründeten Staat Israel.
Objektdetails
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Titel |
Rimonim (Tora-Aufsätze) |
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Künstler*in / Hersteller*in |
Unbekannt |
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Datierung |
1850 - 1890 |
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Objektbezeichnung |
Tora-Schmuck |
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Sammlungsbereich |
JMF Judaica |
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Ort |
Irak |
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Material / Technik |
Silber, getrieben, gegossen, teilweise vergoldet |
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Leihgeber*in |
The Cymbalista Collection of Rimonim/Die Sammlung Cymbalista von Tora-Aufsätzen |
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Inventarnummer |
Lg_Cymbalista02 |
Jetzt ausgestellt